Traurigkeit Traurigkeit Ich beschreite den Weg vom Leid zur Träne. Was es war? Das Draußen, das endgültig über dich reinbrach. Es ist wie ein Gewitter. Die Spannung entlädt sich. Zuerst. Warten bis der Regen einsetzt. In dem Zwischenraum in dem alles Mögliche möglich sein könnte. Du darfst nicht resignieren. Du darfst nicht resignieren. Wer da spricht in deinem inneren Ich. T-R-A-U-R-I-G-K-E-I-T. Ich resigniere nicht. Ich bereite den Weg vor. Der Wunsch etwas Kreatives zu unternehmen. Das Schreiben eines Buches, bevor das Buch geschrieben ist. Um die Leere auszufüllen. Ich traue mir nicht zu etwas anderes zu unternehmen. Schreiben, auch wenn es keinen Grund dazu gibt. Ich werde an einer Geschichte arbeiten. Ich werde Personen und Dinge erschaffen. Eine Gegenwelt. Es passiert nur so wenig. Ich will meine Traurigkeit überwinden. Es bleibt mir nur ein Zeitvertreib. Und den Traum heute Nacht. Ich breche in ein Tonstudio ein. Nur so. ich beschreite den Weg vom Leid zur Träne- und auch in anderen Sprachen ist es mir unmöglich zur Sprache zu finden. Ich bereite den Weg vor. Der Traum von den Träumen, die mich heute früh nicht aus dem Bett gebracht haben. Ich werde den Tränen entfliehen. Mein Text, ich will Bilder sehen. Von früher. Aus einer Zeit vor der Hoffnungslosigkeit. Lachen will ich. Wieder. Und das tun, was in meinen Tagträumen geschah…. Der Worte. Ich werde all diese Gefühle wieder wahrnehmen. Und wieder Hoffnung haben. Ich werde schreiben. Und hoffentlich nicht mehr verstummen. Jedes gesehene Bild in Sprache umwandeln. Die glücklicheren Menschen draußen. Ich werde den Weg zwischen Wirklichkeit und Wahnsinn gehen. Hoffnungslos, lächerlich und dort draußen ist immer noch jemand/ etwas. Ungesehen, ungeahnt. Mir vergehen alle Sinne ich werde an dem Ungesehenen meine helle Freude haben. Ich werde beim Mondschein im Türkenschanzpark wieder mein Tagebuch auspacken. Und wie betrunken sein vor Freude. Die Freude etwas, aber auch nur irgendetwas niedergeschrieben zu haben. Und den Weg hinaus aus dem Tal. Ich hoffe auf einen Anflug von Genialität.

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Ich werde zurück an den Unterricht denken.

Was für ein gelungenes Unterrichtsgespräch das war.

Das Verklungene. Das Vergangene.

Und den zurückgelegten Weg zur Arbeit.

Ich, der ich dem Unterricht Körper, Stimme verlieh.

Den abgewischten Gedanken

Den zu Menschen gewordenen Kindern.

Einmal noch schlage ich das Buch auf.

Von den Gefühlen bereinigt bleibt nur

ein schwacher Text

Rausch

Die Literatur. Nach dem ersten rauschähnlichen Erlebnis, das durch den Genuss von Literatur ausgelöst worden ist, sehnt sich der geneigte Leser nach einer Wiederholung desselbigen

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Ich biege noch einmal bei der Fiktion ein und überlege die Leseerfahrung von Roman. Da er aus Deutschland stammt sind seine Vorbilder wahrscheinlich Kafka und Hesse. Er ist aufgeschlossen für die Weltliteratur, jedoch kein Vielleser, Gott bewahre. Roman ist glücklich, wenn er von einem Buch gefesselt wird und bei Bedarf unterhalten wird. Roman liebt lange Bücher, die ihm ein Gefühl der Geborgenheit vermitteln. Während ich sehe, dass am Nebentisch zwei Espressi getrunken werden, ich könnte mir vielleicht noch eine Geschichte über diese Leute ausdenken, aber ich bin ehrlich gesagt froh, keine weitere schreiben zu müssen, denn eine reicht. Alles ist Übung und für die Schriftstellerei braucht man wahrscheinlich einen langen Atem. Ich habe Bedenken, ob das Erfinden von Figuren auf Dauer gelingen wird. Genauso wie meine Abneigung gegenüber Abenteuergeschichten. Das einzig wahre Abenteuer ist doch – mit Verlaub gesagt- der Alltag.

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Ich erinnerte mich an Menschen, die ich sah und die blöde aussahen, beispielsweise an den Menschen, der einen Menschen mit einem Taschenmesser aß. Er erinnert sich daran, dass vieles blöde aussieht was tagtäglich, jahrjährlich getan wird. Was von den Reisen übrigblieb. Ein Blick über die Gracht in Holland, ein Blick über eine Brücke in Stockholm. In Erinnerung geblieben ist mir das Öffnen von Karten auf Motorhauben. In Erinnerung geblieben ist mir das Aufbrauchen des Reiseproviants. Das Grün der Wälder- nur sehe ich darin auch keine Geschichte. Ich erinnere mich daran, dass das ganze Leben aus Nebensächlichkeiten besteht und dass sie als Bilder mehr oder weniger fest in deinem Gedächtnis gespeichert sind.Wieder einen Eiskaffe trinken. und zwischenzeitlich wieder auf Roman zurückkommen. Und ich gebrauche noch ein Wort Wolfs: Horror vor dem Vergessen.

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Ich sehe Roman an meinem Nebentisch mit einer Frau sprechen. Roman trägt eine Brille mit dickem schwarzen Rand, er hat graue Haare und trägt zudem einen blauen Pullover. Er unterhält sich mit einer Frau, die sich etwas in einem Buch angestrichen hat.

Romans Gespräche sind irrelevant und außerdem möchte der Erzähler nicht so genau hinhören- es langweilt ihn zu sehr. Ich als Erzähler habe in einem anderen Café Platz genommen. Stellen Sie sich jetzt einmal das unterschiedlichste vor, über Roman und versuchen Sie mit diesen Vorstellungen ein Buch zu füllen, das wäre meine Definition für Schriftsteller.

Ihm ist es zur Zeit noch nicht wichtig, ob sein Schreiben gut oder mittelmäßig ist.Ihn interessiert einzig die Bezeichnung Schriftsteller für sich zu beanspruchen. Es liegt nun wieder in der Hand des Erzählers den Text wieder ein Stück weit voranzubringen. Mir fällt ein, dass literarische Versuche über Depressionen meist kein Happy-End nehmen, man nehme nur Sylvia Plath “ Die Glasglocke“ als Beispiel. So wie ich angesichts meiner getrunkenen Kaffeetasse schon wieder ganz perplex bin, ob es sich lohnt eine fiktive Geschichte weiterzuschreiben, der geneigte Leser möge entscheiden.

Zum Deutschen möchte  ich soviel sagen, dass das Imperfekt die Erzählzeit schlechthin ist. Das Tempus ist das größte statement des Schriftstellers. Die drei Möglichkeiten stark/ schwach/ gemischt lässt sich dadurch umgehen, dass die starken Verben durch eine schwache Tempusbildung ersetzt werden kann und das in 90% der Fälle mühelos verstanden werden kann.Die Bezeichnung unregelmäßige Verben ist nicht präzise (man vergleiche springe/ sprang/ gesprungen mit singe/ sang/gesungen). Die starke, also ablautende Imperfektbildung ist allen Germanen mit Ausnahme der Afrikaaner zu eigen.